
Warum wir unsere Badezimmerheizgeräte einer „Dampfkammer“-Prüfung unterziehen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es gibt dort dichten Dampf, Spritzer von Wasser – und die Temperaturen können innerhalb weniger Minuten von extrem kalt auf extrem heiß wechseln.
In den Spezifikationen geben wir an, dass diese Geräte der Schutzklasse IP55 entsprechen. Das bedeutet im Grunde nur, dass sie Staub abweisen können und gegen Wasserstrahlen beständig sind. Doch ein solches Etikett sagt wenig aus, wenn jemand wirklich ein heißes Bad nimmt. Dort findet die eigentliche Belastungsprüfung statt.
Die „Feuchtigkeit- und Hitze-Prüfung“
Standardmäßige Qualitätskontrollen reichen aus, um fehlerhafte Geräte bereits beim Auspacken zu erkennen. Doch sie sagen nicht aus, ob die Dichtungen nach sechs Monaten noch funktionieren werden.
Um das zu überprüfen, unterziehen wir die Geräte einer Prüfung unter Feuchtigkeit und hohen Temperaturen. Im Grunde simulieren wir so Jahre voller Dampf im Badezimmer – in nur wenigen Wochen.
Das Problem ist: Wasserdampf findet immer wieder winzige Lücken in der Verkleidung des Geräts und dringt hinein. Wenn er die Hochspannungsteile erreicht, wird es gefährlich. Wir erhöhen die Luftfeuchtigkeit auf 95 Prozent und bringen die Temperatur auf das Äußerste. So können wir feststellen, ob die Dichtungen schrumpfen oder Risse bekommen. Wenn sie dieser Prüfung standhalten, werden sie auch in Ihrem Badezimmer funktionieren.
Das „Atmen“-Problem
Es ist nicht so einfach, ein Gerät auf die Schutzklasse IP55 zu bringen – man muss dazu spezielle Silikondichtungen sowie wasserabweisende Beschichtungen verwenden, um Feuchtigkeit fernzuhalten.
Doch es gibt hier ein physikalisches Problem: Die Infrarotkomponente wird extrem heiß, was einen Druckunterschied zwischen dem Inneren des Geräts und der feuchten Luft außerhalb erzeugt. Das Gerät „atmet“ also quasi. Wenn es abkühlt, kann es Feuchtigkeit direkt in die Innereien des Geräts ziehen. Unsere Prüfungen stellen sicher, dass die Dichtungen auch bei starken Temperaturschwankungen weiterhin dicht bleiben.
Der Kompromiss
Es gibt jedoch einen Nachteil: Wenn man ein Gerät so gut abdichtet, dass kein Wasser eindringen kann, kann die Wärme nicht so leicht entweichen. Es ist wie das Tragen eines Wintermantels im Sommer – er schützt zwar vor Regen, doch man wird dadurch heiß.
Da wir das Gerät aus Sicherheitsgründen so abdichten, liegt die Innentemperatur höher als bei billigen, offenen Heizgeräten. Denken Sie daran, wenn Sie das Gerät anschließen und installieren. Für uns ist das ein Kompromiss, den wir gerne eingehen. Wir ziehen es vor, ein warmes Gehäuse zu haben, anstatt dass es in einer feuchten Umgebung zu einem Stromschlag kommt.